Im Waldkindergarten „Purzelzwerge“ im Emmertsgrund lernen die Kleinen ihre Umwelt begreifen
An der Westseite des Waldrands im Emmertsgrund steht – unübersehbar – ein großer Waggon, ähnlich einem Eisenbahnwagen, fest verankert im Waldboden. Mit bunten Farben bemalt und Eingangstreppen versehen. Seitlich baumeln in Vielfarbigkeit eine Reihe von Zwergenrucksäcken. Um den Wagen waldtypisches Bruchholz, als flache Begrenzung oder Treppchen angelegt. Dazu gehören kleine Gemüse- oder Blumenbeete und etwas abseits ein Kompostkasten. Zum Verweilen oder bei schönem Wetter draußen Essen eine einfache Holzsitzgruppe. Da sieht man sie herumwuseln, eine Vielzahl munterer Kinder, deren Lachen und Stimmen gar nicht zu überhören sind. Erkennbar ist allerdings auf jeden Fall auch, dass sie von Erwachsenen betreut werden.
Das ist das Heim des Waldkindergartens „Purzelzwerge“! Schon seit ca sechs Jahren aktiv. Er gehört zum eingetragenen Verein Purzelzwerge mit Sitz in Dossenheim. Dieser betreibt vier weitere Waldkindergärten sowie einen Natur-Kindergarten wie auch herkömmliche Kindergärten und Krippen in Dossenheim und Schrießheim.
Die EM-Box sprach mit dem verantwortlichen Teamleiter, Marcel Mälz, der die Arbeitsweise dieses Kindergartens etwas näher erläuterte. Zu der Gruppe zählen im allgemeinen 20 Kinder, die von drei bis vier Erzieherinnen und Erziehern betreut werden. Er selbst ist ausgebildeter Erzieher und hat eine Weiterbildung zum Wald- und Naturpädagogen durchlaufen. Ziel ist es, den Kindern den Erlebnisraum Natur nahezubringen und die Natur als Ressource zu begreifen. Es gibt auch kein fertiges Spielzeug, sondern alles, was als Spielzeug dient, liefert der Wald. Die Kinder lernen viel in Bewegung zu sein und eine gewaltfreie Kommunikation zu leben. Mälz bedauerte etwas, dass er nur zwei Kinder aus den Emmertsgrund und Boxberg in seiner Gruppe habe. Es sei durchaus möglich, noch weitere Kinder aus den Bergstadtteilen aufzunehmen.
Die Gruppe trifft sich morgens um 8:30 Uhr bei den Weingärten in Rohrbach-Süd und wandert dann hinauf zu ihrem Waldhaus. Um 13:00 Uhr ist Ende der Betreuung, und es geht den gleichen Weg zurück. Allerdings ist man – nach Absprache mit den Eltern – durchaus flexibel in der Beendigung des Betreuungstages. Ihr Essen bringen die Kinder selbst mit in ihren Rucksäcken, und es wird gemeinsam gefrühstückt und gegebenenfalls auch noch eine Mittagsmahlzeit eingenommen. Wer den Spazierweg parallel zur unteren Bothestraße entlanggeht, kann sich selbst ein Bild von der Kreativität der Purzelzwerge machen.
Text: Peter Becker
Fotos: Peter Becker, Karin Weinmann-Abel





