Müll in der Emmertsgrundpassage

Schon auf dem Weg zum eigentlichen Treffpunkt kam man an einer Anhäufung von „Sperrmüll“ vorbei. Rechts: Beschwerdeführerin Judith Foltz.
Schon auf dem Weg zum eigentlichen Treffpunkt kam man an einer Anhäufung von „Sperrmüll“ vorbei. Rechts: Beschwerdeführerin Judith Foltz.

„Lassen Sie erstmal ein Kind von einer Ratte gebissen werden!“

Blank liegende Nerven beim Thema Müll in der Emmertsgrundpassage

Die Nerven sowohl von Bewohnern als auch von Mitarbeitern der GGH (Gesellschaft für Grund-und Hausbesitz) liegen blank, wenn es um das Thema Vermüllung in den Großwohnanlagen speziell in der Emmertsgrundpassage geht. Schon seit längerem fühlt sich Judith Foltz vom Mombertplatz, die seit 1988 gerne im Emmertsgrund wohnt und den Stadtteil eigentlich für „liebens- und lebenswert“ hält, bei ihrem Protest gegen die Missstände allein gelassen. Immer wieder hatte sie sich an die Stadt und die GGH gewandt, um eine Verbesserung herbeizuführen (s. Bericht in der aktuellen Em-Box 120, Seite 22). Nun verständigte sie unter anderen die Em-Box davon, dass die GGH sich zu einem Treffen mit ihr bereit erklärt habe.

Abgesandter der GGH hatte nicht mit so vielen Interessierten gerechnet

Womit der GGH-Gesandte Jörg Bergmann allerdings nicht gerechnet hatte, war, dass er in der Passage auf ein gutes Dutzend Emmertsgrunder stieß. Sie alle, darunter Mitglieder des Bezirksbeirats und Stadtteilvereins, treibt das Thema schon lange um. Verwunderung machte sich breit, warum Bergmann nun seine Chefs bei der GGH anrufen musste, während man überlegte, in welchem Raum man sich zusammensetzen könnte. „Die haben sich anscheinend gegenseitig eingeladen“, hörte man ihn am Mobilteil sagen.

Fritz Zernick vom Stadtteilverein, früher als Obmann für die GGH tätig, schloss schließlich den Treff 22 auf, in dem die Anwesenden begannen, sich über Lösungsmöglichkeiten des Müllproblems Gedanken zu machen. Bergmann brachte die Rolle rücksichtsloser Mieter und den Kostenfaktor ins Spiel, die Bewohner die zunehmende Rattenplage. „Lassen Sie erst mal ein Kind von einer Ratte gebissen werden!“, warnte die Mombertplätzlerin. Dasselbe gelte auch für die Müllmänner beim Entleeren der Container, mahnte die städtische Seite an.

Könnte das Format „Quartiersimpulse – gemeinsam für den Emmertsgrund“ helfen?

Sehr geordnet und sachlich verlief das Gespräch bis zum Eintreffen der beiden herbeitelephonierten Vertreterinnen der GGH, Melissa Krüger, Bereichsleitung Bestandsmanagement, und Marion Weber, Infrastrukturelles Management bei der GGH. Der forsche Auftritt von Krüger führte zu einer emotionalen Überreaktion der Einladenden Foltz und zu einer überstürzten Auflösung der Versammlung, was nur wieder eingefangen werden konnte durch das Angebot eines weiteren Treffens an alle Interessierten, dann allerdings nach formeller Einladung durch die GGH. Wie eine Teilnehmerin der Diskussionsrunde schon angeregt hatte, könnte dabei das Format „Quartiersimpulse – Gemeinsam für den Emmertsgrund“ mit möglicherweise unkonventionellen Lösungsvorschlägen eine Rolle spielen.

Text und Foto: Karin Weinmann-Abel

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