Gemischte Gefühle beim HardChor
„Bernhard Bentgens kehrt zurück“ titelte die Rhein-Neckar-Zeitung am 22. Juli 2026, und schon vier Tage später – am 26. Juli – trat er mit seinen 15 Mannen im Rahmen des Emmertsgrunder Kultursommers bei uns auf dem Berg auf, begeistert empfangen von den alten und neuen Fans, die den Raum des Bürgerhauses bis auf den letzten Platz füllten.
Gegen Tendenzen des Zeitgeists
Mit dem Programmtitel „Nicht mein Zirkus“ grenzte die Gruppe sich deutlich von einigen Tendenzen des Zeitgeists ab oder machte sich darüber lustig. Über den Zirkus um die „Social Media“ zum Beispiel, über „Cut, copy and paste“ als Arbeitsmethode, über das Milchtrinken und Fleischessen, weil die Damen aus den höheren Etagen sonst ihre Aufmerksamkeit verweigern – oder war das vielleicht gar nicht satirisch, sondern ernst gemeint, wenn alle einstimmten in „Ich ess‘ kein Fleisch mehr“?
Der Start eher nachdenklich und melancholisch
Nachdenklich und etwas melancholisch klangen die ersten der mitgebrachten Lieder – vielleicht dem inzwischen etwas fortgeschritteneren Alter der Herren geschuldet. Die Reise sollte laut Programm zwar nach Brasilien gehen – aber „Two of us –“ also nur wir zwei, alt und allein mit sich selbst? Das klang nicht sehr nach fröhlichem Strandleben. Nach einem solchen Lied liegt auch schon der Text für das nächste nahe: Er ist vorbei – dein Mai. Oder wahlweise: dein Junimond. Doch gerade bei drohender Einsamkeit klingt es tröstlich zu hören: „Aber ich habe meine Lieder …“ oder „Selbst ein Fischstäbchen krabbelt weiter“.
Am Ende doch harmonisch und optimistisch
Ganz anders die Stimmung dann bei Hits wie „Wann willst du leben, wenn nicht jetzt“, „She drives me crazy“ und bei den Songs zu Ehren von Freddy Mercury, Queen und Prince, die von Solisten des Ensembles grandios vorgetragen und vom Publikum mit großem Beifall gefeiert wurden.
Am Ende des Abends der gemischten Gefühle klang es aber doch ganz eindeutig aus dem Bürgersaal in den abendlichen Emmertsgrund: „Everybody needs somebody to love“.
Text. Heidrun Mollenkopf
Fotos: Dmytro Sakhno





