Zerstörung als kreativer Akt

Die Kugel, KI-generiert von K.-H. Grosser
Die Kugel, KI-generiert von K.-H. Grosser

Eine Stadt schrieb – Über 300 Einsendungen – Emmertsgrunder Karl-Heinz Grosser auf Platz 3

Das Gespräch mit Karl-Heinz Grosser beginnt bereits, als ich das Haus betrete. Sofort sind wir mittendrin, erörtern schon beim Hinaufgehen in den gemütlichen ersten Stock, der durch viel Glas den Blick frei gibt auf die Pfalz und auf den gemütlichen Garten am Berghang, die wichtigsten Themen, die uns bewegen. Seine Wohnung erscheint mir wie ein Kraftraum, eine Oase für Literatur und Kultur. Auf dem Tisch ein Buch mit dem Titel: „Zerstörung“. Was interessiert ihn an Zerstörung? Darum geht es in seiner Kurzgeschichte, mit der er 2024 den 3. Preis im Schreibwettbewerb „Eine Stadt schreibt“ gewann. Hier beschreibt er seine Lust, mit der er den Emmertsgrund zerstört, als einen kreativen, schöpferischen Akt, denn er läuft der Zerstörung hinterher, kann machen, was er will, kann gestalten, wieder aufbauen, nach seinem Willen. Die Kugel, mit der er zerstört, sei unberechenbar gewesen. So wie das kreative Schreiben, sagt er. Er habe radikal das aufgeschrieben, was ihm spontan in den Sinn kam. Es war ein Flow. Seit 1994, seitdem er hier mit seiner Frau lebt, beschäftigt er sich mit dem Emmertsgrund. Das ursprünglich geplante „urbane Milieu am Waldrand“ sei nie entstanden, die Träume seien geplatzt. Die Frage stelle sich: „Kann man es noch retten oder soll man es kaputt machen?“ Weil er in der Welt lebt und viel über sie weiß, neugierig ist und schnell denkt (und spricht), viele Gedanken permanent in seinem Kopf kreisen, er sich auch politisch im Emmertsgrunder Bezirksbeirat für die Grünen engagiert, muss man sich keine Sorgen machen, dass er aus einer destruktiven Ecke heraus agieren wird. Eines ist klar: Er liebt den Emmertsgrund, und er trägt zum kulturellen und politischen Leben in diesem Stadtteil bei. Er findet es gut, dass es den Wettbewerb „Eine Stadt schreibt“ in diesem Jahr wieder gibt. „Hoffentlich wird er institutionalisiert.“ Auch die Aktion „Der Berg liest“ im BERG-Café, die in diesem Jahr 14 Mal stattfand, sollte weitergehen. In seiner abgeklärt-engagiert-heiteren Art hatte er hier im Herbst vor begeistertem Publikum seine Kurzgeschichte „6000 Zeichen“ vorgelesen.

Die Geschichte ist nachzulesen unter file:///C:/Users/Chris/Downloads/Karl-Heinz_Grosser_Mit_Leerzeichen.pdf oder über die „Lese-Ecke“: https://literaturcafe.heidelbergcafe.de/lese-ecke.php

Text: Molli Hiesinger

Karl-Heinz Grosser, zg
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