Abenteuer Glasfaser – Teil 1

Glasfaserausbau: zuerst kommen die Bagger (Foto Weinmann-Abel)
Glasfaserausbau: Zuerst kommen die Bagger (Foto Weinmann-Abel)

Glasfaser für Fortgeschrittene

Die Beleuchtung am Botheplatz 26 ist noch immer „im Eimer“. Aber das nur am Rande. Der Emmertsgrund wird glasfasertauglich gemacht. Überall wird gebuddelt, gefräst und wieder zugeschüttet.

Damit gehören wir zu den rund 27 Prozent der Haushalte in Deutschland, die bereits ans Glasfasernetz angeschlossen sind – oder es zumindest bald sein sollen. Ein Grund zur Freude. Theoretisch jedenfalls.

Das Glasfaser-Portal und andere Parallelwelten
Die Deutsche Telekom informiert regelmäßig per E-Mail über den Fortschritt. Mit dabei: ein Link zum „Glasfaser-Portal“. Die neugierige Nutzerin klickt – Fehlermeldung. Rückmeldung per E-Mail? Bleibt unbeantwortet.

Später meldet das Portal, die Leerrohre würden „in Kürze“ verlegt – Wochen nachdem sie längst im Boden verschwunden sind. Man wird also informiert. Nur nicht zwingend über die Realität.

Wer arbeitet hier eigentlich für wen?
Auf den Straßen sind Kolonnen von Subunternehmern unterwegs. Auf die Frage, für welchen Auftraggeber sie tätig sind, folgen meist ratlose Blicke. Kommunikation gestaltet sich schwierig, Transparenz ebenfalls.

Dabei ist der Ablauf eigentlich klar strukturiert: Erst Anschluss an die Verteilerbox, dann Leitung bis zum Haus, später Installation im Keller. Mehrstufig. Geordnet. Zumindest auf dem Papier. Oder dem Workflow.

Wenn die Telekom nicht weiß, was die Telekom weiß
Mein Auftrag zur Glasfaser-Installation datiert vom 20. November 2024. Damals erschien es sinnvoll, die frisch installierte FritzBox zu behalten und damit zukunftsfähig zu sein.

Am 23. Februar 2026 rückte schließlich ein Team an, um die letzten Verbindungen zu schließen. Doch leider funktionierte die Leitung nicht.

Ein Mitarbeiter – glücklicherweise deutschsprachig – wollte wissen, wann die Leerrohre zu meinem Haus verlegt worden seien. Ich konnte Auskunft geben. Und fragte mich gleichzeitig: Warum weiß die Telekom nicht, was die Telekom weiß?
Die Digitalisierung schreitet also voran – nur die Informationsflüsse offenbar nicht immer.

Eigenleistung mit Bohrmaschine
Nach weiterem Gebuddel im Vorgarten war der Anschluss gelegt, das Glasfaser-Modem bereitgestellt. Nun musste die Leitung vom Keller dorthin gelangen, wo die FritzBox steht.

Die Lösung: Kabelkanal, Bohrmaschine und eine Portion Heimwerkergeist. Mit Schweiß, Staub und nicht unerheblichem Einsatz wurde die Leitung verlegt. Alles angeschlossen, voller Zuversicht eingerichtet.

Nur leider: Das Kabel funktionierte nicht.

Wie es weitergeht?
Das erfahren Sie in Teil 2 unseres Emmertsgrunder Digitalisierungsabenteuers.
Haben auch Sie Erfahrungen mit „Glasfaser auf dem Emmertsgrund“ gemacht? Dann schreiben Sie uns an: redaktion@em-box-info.de – die EmBox nimmt das gerne auf.

Text: Inga Seischab

Glasfaserausbau: dann kommen die Kabel (Foto Weinmann-Abel)
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