Zusammenfassung eines denkwürdigen Tages in Bildern
Eine außergewöhnliche Zusammenfassung der feierlichen Eröffnung eines außergewöhnlichen Tages im Augustinum präsentierte der Künstler und Illustrator Jens Nordmann: Während der zweistündigen Reden zum 50-jährigen Jubiläum der Seniorenresidenz füllte er ein leeres weißes Blatt in überdimensionaler Plakatgröße mit seinen Eindrücken. Diese Art der Wiedergabe, auch Graphic Recording genannt, hängt nun im Flur zu den Wohnungen der dort lebenden älteren Menschen, eine stetige bildhafte Erinnerung für alle Vorübergehenden an dieses denkwürdige Jahr 2026.
Was das Augustinum auszeichnet: Offene Türen und Herzen
Ganz locker, wenn auch „ausnahmsweise mit einem ausgearbeiteten Redescript“, sprach als erster Uwe Hinze, der Direktor der Einrichtung. Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand das Bild der offenen Tür symbolhaft für das offene Herz, mit dem man sich im Augustinum begegnet. Diese Offenheit, gepaart mit christlichen Werten, stünde jedoch nicht nur für die Bewohner selbst, sondern auch für eine Willkommenskultur nach außen, also in den Stadtteil Emmertsgrund und die Stadt Heidelberg hinein. Sein Schlusssatz „Wir sind hier zuhause“, bedeutete deshalb einerseits, selbstbestimmt in Geborgenheit und Sicherheit zu wohnen und andrerseits, in der für die meisten Bewohner unbekannten Umgebung angekommen zu sein. Bestärkt wurde all dies durch die anschließenden Ausführungen von Petra Hellenthal, Geschäftsführerin der Collegium Augustinum gGmbH.
Impulsvortrag: Vom Sinn des Lebens allgemein und gegen das Ende hin
Einen nachdenklich stimmenden Impulsvortrag hielt der promovierte systemische Therapeut und philosophische Lebensberater Oliver Florig. Mit Bezug auf den jüdischen Psychiater und Neurologen Viktor Frankl und dessen Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ stellte er die Sinnfrage: „Wie kann Leben auch noch im letzten Drittel gelingen?“ Sinn-voll sei es, die „Schatzkisten der Erinnerung“ zu öffnen; im Rückblick das wertzuschätzen, was im Leben gelungen ist; sich trotz aller Beschwernisse eine Offenheit und Neugier zu bewahren; die Sinne offenzuhalten oder zu öffnen gegenüber den Mitmenschen, der Natur, der Schönheit; und die Gegenwart auch im Alter noch mitzugestalten, so Oliver Florig.
Grußworte der Stadt zum Jubiläum
Von diesem Vortrag wie manch andere Zuhörerin berührt zeigte sich in ihrem anschließenden Grußwort der Stadt Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen in Vertretung von Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. Sie wünschte den „Augustinern“ , dass sie sich in den vorangegangenen Worten wiederfinden könnten und bedankte sich wie die ihr nachfolgende Rednerin Andrea Edel, Leiterin des Kulturamtes der Stadt, für die kulturelle Bereicherung durch das Haus, namentlich durch dessen Kulturbeauftragten Max Hilker.
Bevor die Bewohner und geladenen Gäste zum Sektempfang in der Foyer-Lounge und zum anschließenden Mittagstisch bzw. Flying Buffet aufbrachen, stimmte der Auftritt der Musikgruppe „Happy Six“ mit Louis Armstrongs „What a Wonderful World“ in den bevorstehenden Festnachmittag ein. Dort wartete auf die Zuhörer im Vortragssaal eine Diskussion zur Erprobung von Sensorik, beispielsweise zum Einsatz eines Roboters. Beim Klavierabend mit Henriette Gärtner klang schließlich ein besinnlicher und fröhlicher Tag aus.
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Herbstmarkt und Info-Messe am Nachmittag
Anlässlich seines 50sten Jahrestags hat sich das Augustinum erneut deutlich zu seinem Stadtteil Emmertsgrund bekannt: Statt den runden Geburtstag alleine zu feiern, gestaltete die Seniorenresidenz ihre Lobby zu einer Messe um: Ein quirliger Markt der Möglichkeiten von Bewohnern und ehrenamtlichen Organisationen, die sich im Stadtteil engagieren: der Deutsch-Amerikanische Frauenclub, der den stadtbekannten Pfennigbasar im Bürgerhaus gegenüber ausrichtet sowie der Atelierkreis und die Werkstattschule aus den Reihen des Augustinums. Am Gemeinschaftsstand von Stadtteilverein, Kulturkreis, Berg-Café und Em-Box wurde die Entwicklung des Stadtteils und das aktuelle Angebot vorgestellt.
In den vielen Gesprächen wurde deutlich: Mitbürger, die im Augustinum wohnen, beobachten das Zusammenleben im Stadtteil sehr genau. Sie stellen die gleichen Fragen: Wie geht es mit dem leerstehenden Büroturm am Forum weiter? Warum kriegen wir die Verschmutzung der Gehwege nicht in den Griff? Was kann ich tun, um einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten? Wird es weiterhin kulturelle Veranstaltungen im Stadtteil geben, die von allen, auch von Senioren, gerne besucht werden? Schon heute nehmen viele Augustinum-Bewohner das Programm des benachbarten Berg-Cafés mit Lesungen und Musikveranstaltungen, mit Piano-Nachmittag und dem Nachbarsänger-Chor für jedermann gerne an.
Neben den gemeinnnützigen Organisationen waren auch zahlreiche gewerbliche Einrichtungen aus dem Augustinum, dem Stadtteil und der näheren Umgebung vertreten. Viele ihrer Angebote waren auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet.
Den ganzen Nachmittag über spielte die „Happy Six“-Partyband in unterschiedlicher Besetzung an wechselnden Standorten bekannte Melodien und schaffte es tatsächlich, dass getanzt wurde.
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