Am Dienstag, 27. Oktober, 18.30 Uhr, widmet sich Professor Jochen Hörisch einem außergewöhnlichen Thema: „Goethe und Geld“. Auf Einladung der Goethe-Gesellschaft Heidelberg spricht der Seniorprofessor aus Mannheim im HeidelBERG-Cafe.
Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.
Bekanntlich stammte Goethe aus einer wohlhabenden Frankfurter Kaufmannsfamilie. Und er übernahm früh und für lange Zeit in Weimar das Amt des Finanzministers. Goethe sorgte unter anderem für die Steuerpflicht auch des Adels, für eine Senkung der Militärausgaben und für Investitionen in Kultur und Wissenschaft an der Universität Jena.
Geldsorgen hatte er sein Leben lang nicht. Er hatte keine Scheu vor Ausgaben für „ein Leben voll Behagen“. Die erhaltene Buchführung für seine Weinbestellungen ist beeindruckend. Mit den Geldtheorien seiner Zeit war er bemerkenswert gut vertraut. Goethe gehörte zu den ersten deutschen Rezipienten der Abhandlungen von Adam Smith.
Dass er sich in Geldangelegenheiten profund auskannte, zeigt auch sein Werk – das Faust-Drama voran. Professor Hörisch streift in seinem Vortrag weitere Akzente von Goethes literarischer Geldanalyse, beispielsweise welche religiösen und sexuellen Implikationen im Medium Geld stecken.
Jochen Hörisch ist Seniorprofesser an der Universität Mannheim für Neuere Germanistik und Medienanalyse. Gastprofessuren führten ihn unter anderem nach Princeton, Char-lottesville, Bloomington, Paris und Buenos Aires. Von Geldmotiven bei Goethe handeln etwa die Bücher „Kopf oder Zahl – Die Poesie des Geldes“, „Man muss dran glauben – Die Theologie der Märkte“ und „Gott, Geld, Medien.




