Glasfaser für Fortgeschrittene – Teil 2

Oder: Ein Sonntag ohne Netz

Nach dem Buddeln kommt die Einrichtung

Nachdem im ersten Teil unseres Glasfaser-Abenteuers gebuddelt, angeschlossen und Kabelkanäle in Eigenleistung verlegt worden waren, ging es nun an die technische Einrichtung der Verbindung – natürlich an einem Sonntag.

Die ersten Versuche scheiterten. Ein Anruf bei der Glasfaser-Hotline der Deutschen Telekom brachte immerhin eine klare Diagnose: Das Kabel war defekt. Also noch einmal ein neues Kabel durch die frisch installierten Kanäle ziehen.

Einrichtungsassistent mit Lücke

Mit neuem Kabel starteten wir den nächsten Versuch. Die Telekom hatte per E-Mail Anleitungen geschickt, also klickten wir auf „Glasfaser einrichten mit externem Endgerät“.

Der Assistent führte Schritt für Schritt durch den Prozess – verschwieg jedoch einen entscheidenden Punkt: Was ist zu beachten, wenn bereits eine installierte FritzBox Teil des Systems ist?

Der einzige Hinweis lautete, man möge die „Magenta App“ herunterladen. Gesagt, getan. Gelöst war damit nichts.

Passwort? Unbekannt.

Schnell wurde klar: Wir brauchen Zugriff auf die FritzBox.

Das Problem: Das Passwort war nicht mehr auffindbar, sämtliche Login-Versuche scheiterten.

Und dann die nächste Erkenntnis: Ist ein Anschluss einmal auf Glasfaser umgestellt, gibt es kein Zurück mehr auf DSL.

Wir saßen also da – ohne Internet, mit schwachem Mobilfunkempfang – und der Frage: Wie kommen wir jetzt in dieses Gerät hinein?

Recovery-Datei und Treppenlauf

Die KI empfahl: Recovery-Datei herunterladen, FritzBox zurücksetzen und neu installieren. Klingt simpel – nur ohne Internet schwierig.

Also Laptop unter den Arm, zu funktionierendem WLAN fahren, Datei herunterladen und zurück. Denn die Einrichtung funktioniert nur am Installationsort.

Unser Sonntagabend wurde sportlich: Rechner unten am Modem, wir oben im Arbeitszimmer auf Empfangssuche. Dazwischen Rücksprache mit der KI, welcher Schritt als nächstes nötig sei.

Neustart, Konfiguration, neue Zugangsdaten.

Und tatsächlich – es funktionierte.

Das verpasste Konzert

Fast unnötig zu erwähnen: Wir hatten Karten für ein Live-Konzert.

Um 19:30 Uhr stellten wir fest, dass wir eigentlich woanders hätten sein wollen – in Musik versunken statt in Router-Menüs.

Was bleibt? Glasfaser ist ein Fortschritt. Doch ein klarer Hinweis bei der Einrichtung zusätzlicher Endgeräte hätte viel Stress erspart.

Manchmal scheitert Digitalisierung nicht an der Technik – sondern am fehlenden Hinweis im richtigen Moment.

Wie es weitergeht?

Haben auch Sie Erfahrungen mit „Glasfaser auf dem Emmertsgrund“ gemacht? Dann schreiben Sie uns an: redaktion@em-box-info.de – die EmBox nimmt das gerne auf.

Text: Inga Seischab

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