Michaela Günter geht in den Ruhestand – Abschied nach vielen Jahren Engagement
Aus den Bergstadtteilen ist sie nicht wegzudenken. Aber nun rief der wohl verdiente Ruhestand. Michaela Günter schied aus dem Seniorenzentrum Boxberg-Emmertsgrund aus, das sie zusammen mit Annette Haring leitete. Zwölf Jahre hat sie diese Tätigkeit ausgeübt. Das ist nur eine Seite ihres öffentlichen Engagements für den Stadtteil. Als Vertreterin der Caritas saß sie mehrere Jahre im Vorstand des Stadtteilvereins.
Es begann vor 38 Jahren. Als Vertretung der Leitung im Jugendzentrum Haarlem. Von Haus aus keine einfache Aufgabe! Von ihrem Vater wusste sie, wie man eine Schraube absägt. Als sie das demonstrieren konnte, hatte sie den Respekt der männlichen Jugend. Die nächste Station war die Nähstube; ein soziales Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hatte, niedrigschwellige Kontakte zu Familien aufzubauen.
Das Studium an der Fachhochschule für Soziale Arbeit Niederrhein und später an der Ev. Fachhochschule Darmstadt bot eine solide Grundlage für diese vielfältigen sozialen und administrativen Tätigkeiten. Ihrer Heimatstadt ist sie treu geblieben. Ihre Kindheit verbrachte sie im Pfaffengrund, wo sie heute wieder lebt, bis die Familie eine Dienstwohnung in der Altstadt bezog. Hobbys sind Reisen, Wandern, Lesen und Handarbeiten aller Art. An die Küste der Bretagne zieht es sie regelmäßig.
Was wünscht sie ihrer Nachfolgerin im Seniorenzentrum? Viel Geduld und ein offenes Ohr für individuelle Bedürfnisse. Zu einem sozialen Beruf gehöre mitunter die Fähigkeit, sich auch einmal abgrenzen zu können. Michaela Günter gehörte wie selbstverständlich zum öffentlichen Leben. Was wir an dieser Frau alles verlieren, wird uns wohl erst bewusst werden, wenn sie hoffentlich mit Ehemann Uwe und zwei Enkeln ihren Ruhestand genießt.
Text: Enno Krüger
Foto: Lisa Peppler




