Sauberkeit auf dem Emmertsgrund

Müll in der Emmertsgrundpassage
Müll in der Emmertsgrundpassage

Sauberkeit auf dem Emmertsgrund: Engagement darf nicht verloren gehen

Seit der Kiosk „Mavie“ geschlossen hat, kümmert sich offenbar niemand mehr um die Sauberkeit der Emmertsgrund-Passage. Dabei war genau das über Jahre hinweg ein großes Problem im Stadtteil.

Die Brüder Serkan und Seyhan Gelgec haben sich in den vergangenen drei bis fünf Jahren ehrenamtlich dafür eingesetzt, die Passage regelmäßig von Müll zu befreien. Mit viel Eigeninitiative hängten sie Mülltüten an Geländer und Stangen auf und machten die Menschen darauf aufmerksam, ihren Abfall dort zu entsorgen. Dieses einfache Konzept funktionierte überraschend gut – die Passage wurde sauberer und das Umfeld angenehmer für die Anwohner.

Seitdem die beiden keine Mülltüten mehr aufhängen, sieht die Passage jedoch wieder so aus wie vor einigen Jahren: Müll liegt auf den Straßen, zwischen den Büschen und in den Ecken. Viele Anwohner fragen sich inzwischen, warum sich niemand mehr verantwortlich fühlt.

„So etwas ist schade“, sagt Serkan Gelgec, stellvertretender OV-Vorsitzender der SPD Heidelberg-Süd. „Die Arbeit sollte respektiert und wertgeschätzt werden.“ Für ihn stehe das Wohlbefinden der Nachbarschaft an erster Stelle. Besonders wichtig seien ihm die Kinder und Jugendlichen auf dem Emmertsgrund.

„Kinder sind die Zukunft von morgen“, erklärt Gelgec. „Wir können nicht alles sofort verändern, aber die Investitionen, die wir heute in junge Menschen stecken, werden in fünf oder sechs Jahren sichtbar sein. Jugendliche sollen die Möglichkeit haben, ihre Zukunft selbst zu gestalten und nicht auf die schiefe Bahn zu geraten.“

Deshalb bietet er gemeinsam mit anderen auch soziale Angebote auf der Calisthenics-Anlage auf dem Emmertsgrund an. Ziel sei es, Jugendlichen Perspektiven und sinnvolle Freizeitmöglichkeiten zu geben.

Serkan Gelgec wünscht sich vor allem mehr Unterstützung und Gespräche mit den Verantwortlichen: „Ich möchte, dass zuständige Stellen auf mich zukommen und gemeinsam mit uns überlegen, was wir verändern können – statt uns Steine in den Weg zu legen.“

Seine Botschaft an die Stadt ist klar:

„Wenn es dem Emmertsgrund gut geht, dann geht es auch Heidelberg gut.“

Text und Fotos: Jaswinder Pal Rath

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