Von Minnesang, Folk und Fälschung

belmonte am indischen Harmonium [Foto: Michael Barton]

Zu einem weiteren interessanten Abend im Rahmen der Reihe „literatur auf dem boxberg“ lud der Stadtteilverein Boxberg in das Gemeindezentrum der evangelischen Lukasgemeinde ein.

Minnesang, Folk und moderne Kontrafaktur war das Thema am Abend des 26. März 2025. Vorgetragen und moderiert wurde der Abend von Liederdichter belmonte, der auch dem interessierten Publikum den Begriff Kontrafaktur erläuterte: Es handelt sich um eine musikalische Veränderung oder Verfälschung eines Harmonieschemas, eine neue Melodie wird komponiert. Auch die musikalische Begleitung übernahm der Liederdichter, hier kam ein indisches Harmonium zum Einsatz.

Nach Vorstellung des Künstlers und kurzer Einführung durch Michael Barton begann der Abend mit dem Lied „Unter den Linden“ des wohl bekanntesten Minnesängers im deutschsprachigen Raum, Walther von der Vogelweide. Annähernd 800 Jahre alt sind die nun folgenden weltlichen und christlichen Lieder und Weisen, weitergetragen durch Troubadoure in die Länder des europäischen Kontinents. Der Ursprung des Minnesangs liegt in der Provence, wo sich sowohl Texte als auch Melodien überliefert haben. Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich Sprache und Melodien, der Liederdichter belmonte ging auf eine musikalische Minnesang-Reise nach Amerika, Schweden, Irland und zeigte zum Abschluss des Abends, dass auch ein Text von Hölderlin, verbunden mit der Melodie eines Liedes der irischen Rockband U2 harmonieren und im weiteren Sinne ein Minnelied sein können.

Viele wissenswerte Details wusste belmonte zum Thema Ursprung und Entwicklung des Minnesangs zu berichten, was die Besucher dieses überaus lohnenswerten Abends sehr zu schätzen wussten und entsprechend Applaus spendeten.

[Text: ans]

Bild: belmonte am indischen Harmonium

[Foto: Michael Barton]

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