Schlechte Versorgung durch DHL
Die Versorgung der beiden Bergstadtteile Emmertsgrund und Boxberg mit Services von „DHL/Dt. Post“ darf als desolat bezeichnet werden. Post-Shops sind schon lange nicht mehr vorhanden, die einzige Paketstation ist außerhalb der Wohnbebauung an der Aral-Tankstelle lokalisiert und die persönliche Abholung nicht zustellbarer Pakete ist – nach einem nicht erkennbaren Prinzip – auf die Post-Shops im Einkaufzentrum Rohrbach Süd, im Einkaufszentrum Hasenleiser, in Rohrbach beim Rathaus oder im Bosseldorn verteilt. Es kann sogar vorkommen, dass Pakete, die am gleichen Tag zugestellt werden sollten, auf mehrere Standorte verteilt werden.
Mehrere Initiativen bei der DHL-Zentrale, in den Stadtteilen wenigstens eine weitere, fußgängig erreichbare Paketstation einzurichten, haben – trotz zwischenzeitlich positiver Rückmeldungen und Standortangeboten privater Eigentümer – zu einem final abschlägigen Bescheid der „DHL/Dt.Post“ geführt. Auch Bitten an die Stadt Heidelberg, hier von kommunaler Ebene positiv auf eine bessere DHL-Versorgung einzuwirken, haben nichts bewirkt.
Alternativen zu DHL
Nun ist die DHL AG eine private Aktiengesellschaft, die sich zu fast 80% in Streubesitz befindet, an der der deutsche Staat über eine KfW-Beteiligung nur noch 17,8% Anteile besitzt. Der Konzern ist daher in seinen Entscheidungen frei. Müssen wir Kunden am Berg uns also den strategischen Standortentscheidungen der DHL AG fügen? Ich denke: nein. Wir sollten stärker wahrnehmen, dass die DHL im Paket-Dienst einer von mehreren Wettbewerbern am Markt ist und wir Kunden zwischen Service-Angeboten wählen können. Drei dieser Mitbewerber – Hermes, GLS und DPD – haben einen gemeinsamen Paket-Shop im Ladenzentrum Forum 5 des Emmertsgrunds, genau gesagt im Gemüse- und Asia-Laden. Pakete können dort aufgegeben werden, nicht zugestellte Pakete hält der Ladenbesitzer werktags von 9:00 bis 19:00 Uhr (samstags bis 16:00 Uhr) zur Abholung bereit. Das Ladenzentrum Forum 5 ist von allen Punkten des Emmertsgrunds fußgängig gut erreichbar. Auch das Mitnehmen von Paketen „im Vorbeifahren“ ist wg. der Kurzzeitparkplätze komfortabel. Die Bushaltestelle befindet sich direkt vor der Tür. Und nebenbei kann man Einkäufe im Nahkauf, dem Gemüseladen und in der Apotheke erledigen.
Vielleicht dann eine Verbesserung des Service durch DHL
Vielleicht ist ja das Desinteresse der DHL AG an einem akzeptablen Service auch darauf zurückzuführen, dass der Umsatz bei den ca. 11.000 Bewohnern am Berg trotz schlechtem Service trotzdem zufriedenstellen ist. Dann könnte ein Bekanntmachen und eine stärkere Nutzung der Services der Mitbewerber helfen, die Infrastruktur insgesamt zu verbessern, vielleicht sogar wieder mit einem echten Post-Shop der „DHL/Dt.Post“. Denn es kann gesichert davon ausgegangen werden, dass die DHL ihre Standortentscheidungen auf Basis von Analysedaten zur Servicenutzung fällt. Letztlich sind es wir Bürger, die durch Nutzung der lokalen Angebote unsere Versorgung in den Bergstadtteilen sichern und stärken.
Text: Peter Libner



