KI-Vortrag im HeidelBERG-Café

Humanoide als Retter der menschlichen Bildung?
Humanoide als Retter der menschlichen Bildung?

Schon wieder was mit KI? Oh ja!

Dass das Thema KI in allen Medien als Dauerthema behandelt wird, mag so manch einem schon einen Tick zu viel sein. So viel Präsenz allüberall … und dabei so kompliziert, auf den ersten Blick so trocken und recht anstrengend, den Details zu folgen. Dass jedoch dieses Thema unglaublich viele interessante Facetten birgt, zeigte im Rahmen einer Kulturkreis-Veranstaltung der Vortrag von Prof. Dr. Christoph Cremer, der im HeidelBerg-Café anhand des prämierten Kinofilms „Ich bin dein Mensch“ die Gefühls- und Liebesaspekte von KI zur Diskussion stellte. Der zweite Teil der Vortragsreihe, ebenfalls gestaltet durch Prof. Cremer, beleuchtete zwei Wochen später, wiederum im Heidelberg-Café, die naturwissenschaftlich-technische Seite.

Mit vielen augenzwinkernden Vergleichen und Ausflügen in die Evolution des Menschen führte Prof. Cremer durch den Wandel des Selbstbildnisses des Menschen: Krone der Schöpfung, Ebenbild Gottes oder nur der Verwandte der großen Affen? Geprägt wurde der Mensch in seiner langen Entwicklungsgeschichte durch Kultur und Bildung. Ist es möglich, mit Hilfe von Naturwissenschaft und Technik einen ebenbürtigen künstlichen Menschen zu schaffen? Auch hier wieder ein Ausflug in die Historie: schon in der griechischen Mythologie berichtet Hephaistos von „Mädchen gemacht aus Gold, doch im Herzen mit Vernunft und Sprache“; Jahrhunderte später ist es E.T.A. Hoffmann’s Olimpia, eine feinmechanische lebensgroße Puppe, die der Phantasie der Menschen erwächst; bis in unser Zeitalter, in der die Idee der Erschaffung eines Künstlichen Menschen noch immer so viele Menschen fasziniert.

Doch was ist wirklich möglich? Wo sind die Grenzen? Um diese Hintergründe zu verdeutlichen, griff Prof. Cremer zu wissenschaftlichen Fakten, die er wiederum mit viel Enthusiasmus, einer Prise Humor und Chuzpe dem interessierten Publikum präsentierte. Welche Rechenleistungen allein zur Verknüpfung von Lernfähigkeit, Sensorik und Speicherfähigkeit notwendig wären, führt in zahlenmäßig schwindelerregende Bereiche. Supercomputer, wie zum Beispiel „Jupiter“, – im Jahr 2025 in Jülich eingeweiht, Kostenpunkt: 500 Millionen Euro – erreichen trotzdem nicht die Leistung des menschlichen Gehirns. Dieses ist so hochkomplex, dass nach heutigem Stand der Wissenschaft eine biochemische Vollsynthese (oder auch: Nachbau) eines intelligenten menschenähnlichen Lebewesens ausgeschlossen werden kann.

Viele weitere interessante Aspekte allgemeiner wie wissenschaftlicher Art wurden durch Prof. Cremer aufgegriffen. Schlussendlich war sein Fazit: Der im Film gezeigte künstliche Mensch wird als Alltagsbegleiter vorstellbar sein, jedoch sollte zum Schutz von echten menschlichen Partnern das „Gefühls- und Liebesmodul“ entfernt werden. Großen Applaus gab es nach dem Vortrag. Folgend konnten Fragen an Prof. Cremer gestellt werden. So entspannten sich interessante Diskussionen mit den zahlreichen Besuchern dieses Abends.

Text: Andrea Schliwa
Fotos : Karin Weinmann-Abel

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