Kulturkreis besuchte Sonderausstellung „Verstrickt“ in Mannheim
Wie aktiv Mannheimer Bürger und Firmen in deutschen Kolonien waren, zeigt die vom Marchivum Mannheim selbst kuratierte Sonderausstellung „Verstrickt – Kolonialismus und Mannheim“, die stellvertretend für den Kolonialismus allgemein gesehen werden kann. An einer vom Kulturkreis Emmertsgrund-Boxberg angebotenen Sonderführung nahmen 13 Interessierte teil und erfuhren viele Details zu Geschichte und Hintergründen des Kolonialismus speziell in Mannheim.
Namhafte Mannheimer an Aufbau der Kolonialstrukturen beteiligt
In den Räumen des eindrucksvollen Gebäudes Marchivum, einem in Neckarstadt-West gelegenen ehemaligen Hochbunker, berichtete Gästeführerin Jutta Vollrath über die besondere Zeit Ende des 19. Jahrhunderts, in der Missionare und Abenteurer zuerst erforschend kamen, und danach Militär und Firmen, um die Gebiete zu erobern und auszubeuten.
Strukturen zum Transport und Verkauf der sogenannten „Kolonialwaren“ wurden geschaffen, an denen bekannte und namhafte Firmen und Personen beteiligt waren, wie zum Beispiel Heinrich Lanz und Carl Reiß.
Menschen- und Völkerrechtsverletzungen in Kauf genommen
Die negativen Folgen des Kolonialismus wie Gewalt gegen die Menschen der sogenannten Kolonien, Verlust der Identität, Herabwürdigung und Ausbeutung der Bevölkerung, Zerstörung der Natur sowie die Anknüpfung an Globalisierung und modernen Kapitalismus an im kolonialen Zeitalter geschaffene Grundlagen wurden in dem Vortrag dabei nicht ausgeklammert.
Auch die Dauerausstellungen im Marchivum Mannheim „Typisch Mannheim“ und „Was hat das mit mir zu tun?“ sind sehenswert und auf jeden Fall einen Besuch wert.
Text: Andrea Schliwa
Fotos: Karin Weinmann-Abel






