Sportförderungsprogramm der Stadt bleibt zuverlässiges Instrumentarium
Beim Jahresempfang des Rohrbacher Turnerbundes wurde das Engagement in Sportvereinen von allen Seiten hochgepriesen – Verdiente Mitglieder wurden auch geehrt
Von Werner Popanda
Rohrbach/Boxberg. Mit Worten der Anerkennung und des Dankes geradezu überschüttet wurde der Turnerbund Rohrbach (TBR) bei seinem Jahresempfang in der Vereinsgaststätte „Delphi“ auf dem Boxberg. Und das nicht nur von Fritz Zernick, dem Vorsitzenden des Stadtteilvereins Emmertsgrund. Der Emmertsgrund zählt wie der Boxberg und Rohrbach zu jenen drei Stadtteilen, in denen der TBR aktiv ist.
Da Zernick aus gesundheitlichen Gründen verhindert war, wurde sein Grußwort von Michael Kraft vom TBR-Vorstand verlesen. Unter anderem kam Zernick zu dem Schluss, dass der TBR ein „wichtiger, verlässlicher Kooperationspartner, Unterstützer, und auch Netzwerkpartner für den Emmertsgrund, aber auch für den Boxberg ist“. So sei der TBR „bei fast jeder Veranstaltung, die wir planen, mit dabei“.
Als Vorsitzender des Sportkreises Heidelberg, dem derzeit im Stadtgebiet und dem Rhein-Neckar-Kreis gut 145 000 Mitglieder in 433 Vereinen angehören, verband Peter Schlör sein Riesenlob für die Arbeit der Sportvereine inklusive des TBR mit einem Ausblick auf die „Herausforderungen, die auf uns zukommen“. Konkret nannte er zum einen, dass das Ehrenamt zunehmend unter Druck gerate.
Und zum anderen die Nachwuchsgewinnung, die Mitgliederbindung, die Digitalisierung, den gesellschaftlichen und demographischen Wandel sowie die Entwicklung der Sportstätteninfrastruktur. Zugleich versicherte Schlör, dass der Sportkreis auch in Zukunft „fordernd sein werde im Sinne des Sports“. Dies sei auch in der letzten Haushaltsdebatte in der Frage um die städtischen Zuschüsse für die Sportsvereinsarbeit zum Tragen kommen.
Letzteres nahm Gerd Bartmann als Leiter des Amtes für Sport und Gesundheitsförderung prompt zum Anlass für den Hinweis, dass die Kürzung der Sportzuschüsse um 2,5 Prozent zwar „beileibe nicht befriedigend“ sei. Jedoch seien die Sportverein aus seiner Sicht „mit einem blauen Auge davongekommen“. So bliebe beispielsweise die Übungsleiterunterstützung bestehen. Alles in allem hätten Schlör und der Sportkreis jedenfalls in dieser Hinsicht „vorbildlich gekämpft“.
Weshalb er, hob Bartmann hervor, davon ausgehe, dass das kommunale Sportförderungsprogramm ein „zuverlässiges Instrumentarium für unsere Vereine bleibt“. Eine deftige Absage erteilte er zugleich allen Diskussionen rund um die Frage „Sport gegen Kultur?“ Jene seien „vollkommen unnötig“, letzten Endes sei nämlich der Sport eine besondere Form der Kultur und müsse die „Rolle bekommen, die ihm zusteht“.
Nachdem fast durch die Bank positive Ergebnisse und Nachrichten aufweisenden Geschäftsbericht von Michael Horsch, der auch ausführlich auf den neuen Kunstrasenplatz einging, rückte die Ehrung langjähriger und verdienter Vereinsmitglieder in den Mittelpunkt des Jahresempfangs. Gewürdigt wurden Roger Schladitz, der dem TBR seit 25 Jahren angehört und Werner Böhm, der vor 40 Jahren eintrat.
Sogar seit 50 Jahren ist Andreas Horsch TBR-Mitglied, seit 60 Jahren Georg Jelen und seit 70 Jahren Hans-Werner Winter. Diese Ehrungszeremonien verliefen überaus unkompliziert, ebenso die Vergabe von Vereinsehrenkrügen an Sonay Albay und Markus Hell von den TBR-Kickern. Doch bei der Ehrung von Michael Horsch für dessen Verdienste um die Fußballabteilung ergab sich laut Kraft im Vorfeld ein Problem.
Denn der Badische Fußball-Verband (BFV) habe eine entsprechende Anfrage wie folgt beantwortet: „Der hat schon alle Ehrungen!“ Ein wenig frei nach dem Motto „Not macht erfinderisch“ habe man sich dann mit Johannes Kolmer, dem Vorsitzenden des Fußballkreises Heidelberg im BFV, darauf geeinigt, dass Michael Horsch eine „Sonderehrung“ zuteilwerden solle.
In der Tat erhielt er nun eine Uhr des Deutschen Fußball-Bundes sowie eine Ehrenurkunde. Was der Geehrte wie folgt kommentierte: „Diese Ehrung wird mir eine Verpflichtung sein!“ Erneut wunderschön mitgestaltet wurde der TBR-Jahresempfang von der Querflötistin Larisa Schmidt, die unter anderem ein Menuett von Johann Sebastian Bach erklingen ließ.





