Dominoeffekt seit Schließung von Supermarkt im Boxberg

Ladenfront Iduna-Center (Foto: Hofmann)
Ladenfront Iduna-Center (Foto: Hofmann)

Gewerbetreibende aus dem Boxberg melden sich zu Wort – Nahversorgung hat sich insgesamt verschlechtert

Seit der Schließung des Supermarkts hat sich die Situation im Iduna-Center deutlich verschlechtert. Gespräche mit Gewerbetreibenden vor Ort zeigen, wie stark der Wegfall der Nahversorgung den Alltag auf dem Boxberg beeinflusst – für Anwohnerinnen und Anwohner ebenso wie für die ansässigen Geschäfte.

Backshop & Café

Der Inhaber des Backshops und Kaffeehauses ist seit rund 20 Jahren im Iduna-Center tätig und lebt selbst auf dem Boxberg. Seit der Schließung des Supermarkts sei die Lage „wirklich schlecht“. Es fehle nicht nur ein Ort für den täglichen Einkauf, sondern auch die Post. Viele Kundinnen und Kunden würden ihren Unmut offen äußern. Auch er selbst erledige seine Einkäufe inzwischen in Leimen oder Rohrbach. Er wünscht sich dringend wieder einen Supermarkt und eine Postfiliale. Um eine Lösung zu unterstützen, habe er der Post angeboten, einen Teil seiner Caféfläche zu nutzen – bislang jedoch ohne Rückmeldung.

Friseursalon JasminRemzye Gerdon

Auch im Friseursalon ist die Situation angespannt. Mitarbeiterin Silvia berichtet, dass seit der Schließung kaum noch Laufkundschaft ins Center komme. Viele Menschen erledigten ihre Einkäufe im Tal und hielten sich dort weiter auf. Der Salon lebe inzwischen fast ausschließlich von Stammkundschaft. Besonders für ältere Menschen und Familien mit Kindern sei die fehlende Grundversorgung problematisch. Zudem werde der Ärger über die Stadt zunehmend spürbar, verbunden mit dem Gefühl, dass der Boxberg vernachlässigt werde. Chefin Remzye Gerdon (Foto) ist derselben Meinung.

Boxberg-ApothekeMartina Staupendahl

Ähnlich schildern es die Mitarbeiterinnen der Boxberg Apotheke. Eine von ihnen arbeitet bereits seit 1988 in der Filiale und erlebt die Veränderungen seit Jahren. Für viele Anwohnerinnen und Anwohner, insbesondere ältere Menschen, sei der Wegfall des Supermarkts eine große Belastung. Auch für die Beschäftigten gebe es kaum noch Versorgungsmöglichkeiten vor Ort. Abends, nach Schließung der Arztpraxis, sei der Platz nahezu ausgestorben, samstags ebenfalls wenig belebt. Viele Kunden erledigten ihre Einkäufe einschließlich Apotheke im Tal. Das bestätigt Chefin Martina Staupendahl (Foto).

Fazit

Die Rückmeldungen zeigen: Die Schließung des Supermarktes hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die das Iduna-Center und den gesamten Boxberg betrifft. Der Wunsch nach einer verlässlichen Grundversorgung ist groß.

Die einzelnen Gespräche führte Stella Unger.
Fotos: hhh      

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