„Alle reden über KI, wir auch“

Vortragender Christoph Cremer und sein Vorgänger Gottfried Wilhelm Leibniz, Entdecker des binären Zahlensystems, Grundlage für die moderne Computertechnologie
Vortragender Christoph Cremer und sein Vorgänger Gottfried Wilhelm Leibniz, Entdecker des binären Zahlensystems, Grundlage für die moderne Computertechnologie (Foto: imb Mainz / istockphoto)

Vortragsabend mit Emmertsgrunder Wissenschaftlern bzw. Kunstschaffenden zur künstlichen Intelligenz

Ein Physiker, ein Stadtplaner und ein Psychologe bestreiten gemeinsam einen Abend zu künstlicher Intelligenz (KI). „Wir sind keine Experten, sondern interessierte Laien“ stellt Stadtplaner Eckhart Ribbeck bescheiden das Team vor. Bei diesem Zusammentreffen von so viel geballter menschlicher Erfahrung und eben solchem Wissen war ein interessanter Abend im Emmertsgrunder BERG-Café zu erwarten: „Alle reden über KI, wir auch.“ Es sollte um den Stand der aktuellen KI-Entwicklung gehen und der Kritik daran. Hat die KI das Potenzial, Weltprobleme zu lösen, beispielsweise die Wasserknappheit? Oder könne das „ins Auge gehen, und die KI ist die letzte Erfindung der Menschheit?“, fasste Ribbeck die beiden Haltungen zur KI in Theorie und Praxis zusammen.

Zu beidem gab es im Verlauf der Vorträge etliche Beispiele. Wie der Physiker Christoph Cremer ausführte, könne die menschliche Kultur bereichert werden durch die Wechselwirkung zwischen der menschlichen und einer kontrollierten künstlichen Intelligenz. Die Datenmengen nähmen derzeit in einem Umfang zu, dass man theoretisch damit das gesamte Erbe der Menschheit speichern könne. Allein die 164 Millionen Medieneinheiten der Library of Congress in Washington D.C., darunter 38 Mio Bücher und andere Druckerzeugnisse, könnte man sich, als Apfel vorgestellt, „bequem in die Hosentasche stecken“ so Cremer. Nachteile zeigten sich in der Anwendung dort, wo das von der Maschine Gelernte missbraucht werden kann, beispielsweise beim Urheberrecht bezüglich der Generierung von Texten, Bildern und Musik oder bei einer potenziellen Machtergreifung in Politik bzw. Militär durch eine kleine Gruppe von Tech-Milliardären.

Das führte in die Diskussion zum humanoiden Roboter, also dem künstlichen Menschen. Der übernehme heute schon Aufgaben beispielsweise in der Pflege. Noch sei der biologische Mensch dem künstlichen überlegen, jedoch könne in weniger als zehn Jahren das Niveau der künstlichen Intelligenz das der menschlichen übersteigen. Nach einer inneren Logik könne die KI durchaus ein Eigenleben entwickeln.

Wie KI auf dem Gebiet der Belletristik funktionieren kann, führte Eckart Ribbeck mit einer Lesung aus seinem Buch „Glasnovelle“ vor. Mittels des Anwendungsprogramms ChatGPT hatte er zahlreiche Bilder erstellt, die den Text illustrierten. Werner Dahms wiederum führte aus, dass er als Aquarellmaler nicht mehr in Büchern oder Zeitschriften nach Vorlagen für seine Motive suchen müsse. Er gebe einfach der KI eine künstlerisch-kreative Idee als Anweisung vor. Auf Grundlage des KI-generierten Bildergebnisses kann der Maler sich ohne große Umwege und Zeitverschwendung weiterhin schöpferisch betätigen.

Abschließend wandte sich das Publikum mit Fragen oder eigenen Statements an die Vortragenden. Dabei ging es hauptsächlich um die Problematik von Begriffen wie  Intelligenz, Geist, Bewusstsein oder Gefühle im Zusammenhang mit einer sich weiterentwickelnden KI. Eine CD mit Musikstücken inclusive Gesangstexten, die Eckart Ribbeck zusammen mit seinem Sohn zu den vielfältigen Aktivitäten im BERG-Café mittels künstlicher Intelligenz produziert hatte, brachte am Schluss noch manche Zuhörenden zum Staunen und Schmunzeln.

Text: Karin Weinmann-Abel

Werner Dahms vor seinem Aquarell „Lesotho“, darüber auf der Staffelei das KI-generierte ausgedruckte Bild. Im Hintergrund Eckhart Ribbeck
Werner Dahms vor seinem Aquarell „Lesotho“, darüber auf der Staffelei das KI-generierte ausgedruckte Bild. Im Hintergrund Eckhart Ribbeck (Foto: Hans Hippelein)

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