Japanisch-kubanisch-deutscher Schlussakkord beim Kultursommer

Taiko Heidelberg - japanische Trommelkunst

Schon die Auswahl der Musikgruppen beim Schlussakkord des Kultursommers deutet es an: Erneut stand das Emmertsgrunder Kulturfest mit dem Motto „Horizonte erweitern“ unter internationalen Vorzeichen. So kam etwa ein Drittel der 23 Darbietungen des Kultursommers von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Ausland. So wird der Kultursommer von Jahr zu Jahr mehr zu einem Spiegelbild des Bergstadtteils, der ja zu etwa einem Drittel von Menschen aus über 100 Nationen bewohnt wird.

Mit 170 Besucherinnen und Besuchern und bei bestem Spätsommerwetter war der Abschlusstag des Kultursommers einer der vielen Höhepunkte. Eindrucksvoll eröffnete die Gruppe „Taiko Heidelberg“ den Abend mit einem riesigen Trommelwirbel (die japanische Bezeichnung für diese Trommeln lautet „Taiko“). In immer neuen Formationen und lauten rhythmischen Rufen, mit sehr differenzierten Rhythmen und Lautstärken begeisterten die in schwarz gekleideten Musikerinnen und Musiker das Publikum. Hier wurde ein Teil der japanischen Tradition sehr anschaulich.

Nach der Umbaupause präsentierte das Trio „Coppelia“ authentischen „Son Cubano“ (das kubanische Musikgefühll) mit warmen Rhythmen aus Havanna. Leidenschaftlicher Gesang, virtuose Gitarrenklänge und pulsierende Percussions haben sowohl Klassiker wie Chan Chan und El Cuarto de Tula als auch eigene Kompositionen auf die Bühne gebracht. Sehr zur Freude des Publikums, das nicht lange zum Mittanzen aufgefordert werden musste. So war dieser Auftritt bis zum Einsetzen der Dunkelheit geprägt von Herz, Lebensfreude und mitreißender Energie.

Und wer wollte, konnte sich auch kulinarisch in das mittelamerikanische Land einfühlen – zur Pause gab es für Hungrige eines der kubanischen Nationalgerichte mit dem Namen „Ropa Vieja“, das vom HeidelBERG-Café angeboten wurde.

Einen Tag zuvor stand die Rock- und Country-Band „Darf der Kleine eine Scheibe Wurst“ auf der Naturbühne vor der Emmertsgrunder Grundschule. Sich selbst bezeichnet die dreiköpfige Band als „Chronist des Alltags“. Keine Versuchung erscheint den Musikern zu fern, kein Ort unwichtig.

Die Band schaut genau hin, wo es weh tut. Manchmal hat der Briefträger die Hoffnung in der Tasche. Manchmal hilft es auch, nur dazusitzen und zuzuhören. Auch wenn die Welt durchdreht, ist noch nichts verloren. Mit ihrem musikalischen Mix Rock, Country und Soul hat die Band auch im Emmertsgrund neue Fans gefunden. Als Pausensnack zu diesem Konzert hatte das HeidelBERG-Café – so viel Spaß muss sein – Wurstbrötchen angeboten.

Coppelia - original-kubanische Musik
Die Band Coppelia – mit original-kubanischer Musik beim Finale des Emmertsgrunder Kultursommers (alle Fotos: David Hilkert)

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